Fünf Tage lang, vom Donnerstag 18. bis zum Montag 22.Mai 2017, haben die fünf Sängerinnen und fünf Sänger aus dem fernen Namibia die Menschen am Untermain (von Frankfurt über Klingenberg/Main bis nach Aschaffenburg) im Handumdrehen mit ihren Gesängen und Tänzen elektrisiert. Der Chor, der aus der Ansiedlung Hoachanas am Rande der Kalahari-Wüste stammt, ca.150 km südwestlich von der namibianischen Hauptstadt Windhuk, konnte bei all seinen vielen Auftritten und Empfängen überzeugen.
Bereits eine Stunde nach seiner Ankunft auf dem Flughafen in Frankfurt/Main stimmte der Chor für sein deutsches Empfangskomitee unter der Organisatorin Frau Angelika Gleich, einen gar gewaltigen Song an, der alle Flughafenpassanten zum Verweilen und Fotografieren einlud. Weitere Programmpunkte an diesem Tag waren eine Stadtführung durch Aschaffenburg, ein Besuch des evangelischen Kindergartens in Kleinostheim sowie ein Empfang durch den OB der Stadt Aschaffenburg, Klaus Herzog. Dem schloss sich ein Kurzbesuch der evang. Kirche an, wo der Chor durch Frau Pfarrerin Kellermann-Rupp den Reisesegen empfing. Der obligatorische Grillabend („Braaivleis“) bei Familie Gleich zusammen mit allen Gasteltern, rundete diesen aufregenden Tag ab. Bei allen Gelegenheiten gab der Chor seine Lieder und Tänze zum Besten. Überschwänglicher Beifall war stets der Dank der Zuhörer.
Nicht minder turbulent ging es am Freitag (19.5.) in Wörth/Main, Trennfurt und Klingenberg zu: Schulbesuche und div. Aktivitäten (u.a. Volleyball) standen dort auf dem Programm. Das erste Konzert in der überfüllten evang. Trinitatiskirche in Klingenberg rief Begeisterungsstürme hervor, so dass der Chor mehrere Zugaben singen musste.

im Stadion HoffenheimDer songfreie Samstag (20.5.) war dem Fußballsport gewidmet: Das Bundesligaspiel TSG Hoffenheim im Kraichgau gegen den FC Augsburg (0:0) war eine ganz neue Erfahrung für alle Teilnehmer, außer dem Unterfertigten, der vor 50 Jahren einmal selbst gegen Hoffenheim kickte, allerdings nicht vor ca. 31.500 Zuschauern. Bewaffnet mit namibianischen Fahnen und Flaggen, waren wir alle mal wieder, neben den Fußballakteuren, die meistfotografierte Gruppe. Auf dem Heimweg machten wir kurz Station und schauten uns in Schaafheim einen mittelalterlichen Markt an.
Am Sonntag („Rogate“) besuchten wir in Aschaffenburg den Morgengottesdienst in der evang. Christuskirche, wo der Chor auf das herzlichste vom Pfarrer begrüßt wurde. Der Chor stimmte nach dem Gottesdienst spontan einige Lieder an und machte somit beste Reklame für das abendliche Konzert an gleicher Stätte. Wieder war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Euphorisch wurden Tänze und Gesänge von den dankbaren Zuhörern beklatscht. Wiederum gab der Nama-Chor sein Bestes und sang in fünf verschiedenen südafrikanischen Sprachen, und als eine der mehrfachen Zugaben sogar auf Deutsch „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Schulbesuch in Haibach
Schulbesuch in Haibach


Am Montag (22.5.) gab es noch einen Besuch der Grund-und Hauptschule von Haibach, einem Stadtteil von Aschaffenburg. Die ganze Schulgemeinde und der Ortsbürgermeister hießen uns mit Musik und Gesang herzlich willkommen. Die Revanche ließ nicht lange auf sich warten: Der Proud-Nama-Footprint-Chor sang, trommelte und tanzte mal wieder spontan mit Schülern und Lehrern.
Mit dem abschließenden Reisesegen wurden wir entlassen, fuhren zum Hauptbahnhof von Aschaffenburg. Gasteltern und Freunde verabschiedeten sich herzlich, mit der einen oder anderen Träne in den Augen, von ihren Schützlingen, die alsbald den Zug bestiegen um nach Berlin zu fahren.Am Bahnhof nach Berlin
Dort empfängt sie der namibianische Botschafter. Tags drauf werden die jungen Sängerinnen und Sänger (22 bis 34 Jahre) am evangelischen Kirchentag teilnehmen. Ab nächster Woche findet dann die große dreiwöchige Tour durch ganz Deutschland statt.

Dr. Dieter Widmann, Kleinostheim